Traditionsmannschaft des 1.FC Magdeburg gewinnt Freundschaftsvergleich

Nach Gastspielen bei Empor Koserow und dem Freizeitverein Wolgast, weilte die Traditionsmannschaft des 1. FC Magdeburg durch die Einladung von Eintracht Ahlbeck zum fünften Mal in der Inselregion. Die anwesenden Fans konnten die einstigen Fußballgrößen der Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR,  in einem freundschaftlichen Vergleich mit den „Old Stars“ Eintracht Ahlbeck beobachten. Nach fairem Spielverlauf, mit sehenswerten Ballpassagen, setzten sich die Magdeburger am Ende mit 3:2 durch. Einige bekannte Namen sagten leider kurzfristig ab, darunter der 71-Jährige Seguin, der im Europacupfinale 1974 gegen den AC Mailand das entscheidende 2:0 schoss. Doch mit Dirk Stahmann (278 Oberligaspiele/33 Tore), Detlef Schößler (18 A für die DDR, 206 OL, 113 Bundesligaspiele für Dynamo Dresden), Frank Siersleben (201 OL) oder Siegmund Mewes (96 OL/14 T.) reisten noch einige prominente Fußballer vergangener Jahre an, die zahlreiche Länder-,Europacup-und Oberligaspiele bestritten. Der 46-fache Nationalspieler Stahmann, der den Magdeburger Triumph mit 16 Jahren am Fernseher verfolgte und seitdem „Paule“ Seguin zu seinem sportlichen Vorbild erkor, imponierte auch auf dem Ahlbecker Kunstrasen mit Übersicht, präzisen Pässen und seiner Zweikampfstärke. Im Kopfballduell war der immer noch athletische 1,93 Meter-Recke ohnehin nicht zu bezwingen. Den einen oder anderen „Schlendrian“ des 58-Jährigen „am Boden“ bügelte sein Keeper Holger Bahra reaktionsschnell aus. „Das ist schon beeindruckend wie der als Abwehrchef auftritt“, lobte „Jimmy“ Glawe vom Ahlbecker Team den Ex-Nationalspieler, der in  seiner gesamten Karriere dem 1.FCM die Treue hielt. Bevor es zum Vergleich beider Teams kam, trafen Ahlbecks F-Junioren im Punktspiel auf den FC Insel Usedom. Nach spannendem Verlauf gewannen die FCU-Kicker knapp mit 3:2. Für Jung und Alt hatten die rührigen Organisatoren um Andreas Dumke Torwand, Hüpfburg und Imbissstation bereit gestellt. Im Männervergleich übernahm Magdeburg sofort die Initiative und ging durch Dennis Fuchs schnell in Führung. Nach einer Viertelstunde legten die „Old Stars“, eine Auswahl von verdienstvollen Eintracht-Spielern, wie Mario Kracht, Thomas Zirm, Marco Samson, Lutz Schmidt, Torsten Hardtke, Dumke, Steffen Glawe, Piotr Polarczyk, Ingo Groth oder Norbert Urbatzka, ihre Zurückhaltung ab. Dirk Grünwalds Flanke touchierte die Latte, ehe Frank Birr auf der Gegenseite zum 2:0 traf. Nach Foul an Mewes parierte der starke Torhüter Kracht den von Schiedsrichter Frank Holtgräfe verhängten Strafstoß von Rolf Döbbelin (101 OL). Die Großchance zum Anschlusstor (35.) vergab Daniel Florin. Nach der Pause setzte strömender Regen ein, was dem flotten Spiel keinen Abbruch tat. Sven Handrich fand in Bahra seinen Meister, aber auch Kracht zeigte gegen Pit Grundmann, Mewes und Sven Liesegang großartige Paraden. „ Die Katze im Tor pariert ja super“, rief Moderator Rainer Henze spontan am Mikrofon. Spannender wurde das Match nach einem „herrlichen“ Kopfballeigentor von Handballer Liesegang, dem ein tolles Solo von „Totte“ Hardtke zum 2:2 folgte. Anschließend drängten Mewes, Fuchs, Liesegang und Grundmann mit  sehenswerten Kombinationen auf das Siegtor. Die tapfer kämpfenden und erstaunlich gut mit haltenden Ahlbecker hatten durch Zirm noch eine Kopfballchance, ehe Dirk Fuhrmann das entscheidende 3:2 (72.) gelang. Gerecht, wurden den Gästen doch zwei Tore durch den Wolgaster „Leihspieler“ Torsten Stübe und Mewes sehr umstritten aberkannt. „Aber das war zweitrangig. Es war wohltuend fair und hat allen trotz des schlechten Wetters Spaß gemacht“, sagt Stahmann, der neben Highlights wie Länderspiele im Wembley-Stadion, dem Hampden Park Glasgow oder dem Gewinn des FDGB-Pokals 1983, auch den Verzicht auf die Olympischen Spiele in Los Angeles 1984, wegen eines Staatsboykotts, erlebte. „Wir hatten Spieler in den Reihen, die viele Jahre ohne Spielpraxis waren, haben uns gut geschlagen. Man konnte bei den sympathischen Gästen sehen, dass sie mal großen Fußball gespielt haben. Unser Auftritt war völlig in Ordnung“, war Teamleiter Andreas Dumke zufrieden.

Jürgen Brennecke (68), Mannschaftsleiter des Magdeburger Traditionsteams:
„Es war unsere Saison-Abschlussfahrt. Wir fühlen uns immer wohl hier. Der Menschenschlag ist einfach super. Ehrlich und zuvor kommend. Die Absagen einiger bekannter Teammitglieder war schade“.

Rainer Dumke, Vereinschef von Eintracht Ahlbeck:
„Das war ein Highlight für uns. Es hätte mehr Zuschauer verdient, leider spielte das Wetter nicht mit. Die Ahlbecker Mannschaft hat sich gegen die Magdeburger Routiniers wacker geschlagen“.

Kati Wallow (39), Zuschauerin:
„Ich wollte meinen Schwager Sven beobachten, aber auch Spieler sehen, die früher für Ahlbeck spielten. Die sieht man ja sonst nicht mehr. So ein Event könnte öfter statt finden“.

Bericht: Bert Belitz

Ein Gedanke zu „Traditionsmannschaft des 1.FC Magdeburg gewinnt Freundschaftsvergleich“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.